Erbrecht / Steuerrecht /
Artikelnummer: 08100308
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STEUERBERATUNGSKOSTEN FÜR ERBSCHAFTSTEUERERKLÄRUNG KEINE SONDERAUSGABEN
Steuerberatungskosten waren bis zum Jahre 2006 als Sonderausgaben abzugsfähig und minderten den Gesamtbetrag der Einkünfte des Steuerpflichtigen. Das gilt jedoch nicht für solche Steuerberatungskosten, die für das Erstellen einer Erbschaftsteuererklärung anfallen, wie das Finanzgericht Berlin-Brandenburg jetzt klarstellte.
Der Kläger war Alleinerbe nach seiner Mutter und hatte einen Steuerberater mit dem Erstellen der Erbschaftsteuererklärung beauftragt. Die im Jahre 2006 dafür entstandenen Kosten kann er nach dem Urteil des Finanzgerichts nicht bei seiner eigenen Einkommensteuererklärung geltend machen, weil er wirtschaftlich nicht belastet gewesen sei, denn das ererbte Vermögen überstieg die Steuerberatungskosten. Die Richter folgten damit nicht dem Einwand des Erben, dass der Nachlass der Mutter mit dem Erbfall „sein Vermögen" geworden sei und er daher die streitigen Kosten aus seinem eigenen Vermögen getragen habe. Er müsse sich, so die Richter, vielmehr so behandeln lassen, als habe er lediglich das um die wirtschaftlich mit dem Erbfall verbundenen Kosten - also auch die Steuerberatungskosten - geminderte Vermögen geerbt. Ob die Steuerberatungskosten im Rahmen der Besteuerung mit Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlichkeiten das ererbte Vermögen mindern, ließ das Gericht ausdrücklich offen. Der klagende Erbe hat gegen die Entscheidung Rechtsmittel eingelegt, so dass in letzter Instanz der Bundesfinanzhof in München zu entscheiden haben wird.

Quelle: Finanzgericht Berlin-Brandenburg - PM vom 4.9.2008 von 09.04.2008
http://www.finanzgericht.brandenburg.de Externer Link
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