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Artikelnummer: 08072702
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EU GEHT GEGEN 'KLINGELTON-BETRUG' VOR
Die EU‑Kommission hat die Ergebnisse einer EU-weiten Untersuchung zum Onlineangebot von Mobilkommunikationsdiensten bekannt gegeben. Bei über 500 geprüften Internetseiten muss nun in 80 Prozent der Fälle eingehender untersucht werden, ob mutmaßliche Verstöße gegen das EU‑Verbraucherrecht vorliegen. In Deutschland wurden 30 Seiten unter die Lupe genommen. Viele dieser Seiten richten sich ausdrücklich an Kinder und Jugendliche, etwa Angebote zu Klingeltönen oder Hintergrundbilder. Im Zentrum der Kritik stehen insbesondere unklare Preisangaben, fehlende Steuerbeträge oder die Verschleierung der Tatsache, dass es sich um ein Abonnement handelt. Weitere Probleme betreffen irreführende Praktiken.
In Europa gibt es über 495 Million Mobiltelefone. Allein die Klingeltöne machten 2007 schätzungsweise 29 Prozent des Volumens für „Mobilkommunikationsinhalte“ aus, ein Plus von über 10 Prozent im Vergleich zu 2006. Der europaweite Umsatz mit Klingeltönen betrug im Jahr 2007 schätzungsweise 691 Millionen Euro. Die für die Durchsetzung des Verbraucherrechts zuständigen Behörden in Europa haben Internetseiten auf Verstöße gegen einschlägige EU‑Vorschriften untersucht. Die so genannte Sweep-Aktion konzentrierte sich auf drei Arten von Praktiken im Mobilkommunikationssektor, die die Verbraucherrechte beeinträchtigen: unklare Preisangaben, mangelhafte Informationen zum Anbieter und irreführende Werbung. 50 Prozent der geprüften Seiten richteten sich an Kinder (279 von insgesamt 558). Sie verwendeten Figuren aus Kinder-Comics oder aus dem Fernsehen oder forderten eine elterliche Einwilligung. Auch hier wurde ein ähnlich hoher Anteil an Unregelmäßigkeiten festgestellt (80 Prozent). Ebenfalls fast 50 Prozent aller untersuchten Seiten wiesen Unregelmäßigkeiten bei den Preisangaben auf (268 von 558). Auf vielen Seiten sind die Preise und entsprechenden Gebühren nicht klar oder überhaupt nicht ersichtlich, bis der Verbraucher sie auf seiner Telefonrechnung entdeckt. Beispielsweise enthielten nicht alle Preise Steuern oder es wurde nicht deutlich darauf hingewiesen, dass es sich um ein „Abonnement“ handelt bzw. über welche Dauer es abgeschlossen wird. Bei über 70 Prozent aller untersuchten Internetseiten fehlten einige Angaben zum Anbieter, hier waren Name, Anschrift oder Kontaktinformationen unvollständig (399 von 558). Dies stellt einen Verstoß gegen EU‑Recht dar. Denn gemäß der Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr sind bestimmte Angaben zum Anbieter, einschließlich E‑Mail-Adresse, Vorschrift. Über 60 Prozent der Seiten wiesen zudem irreführende Informationen auf (344 von 558). Vertragliche Details sind im Kleingedruckten versteckt oder schwer auffindbar. Güter und Dienstleistungen, die „gratis“ bzw. „kostenlos“ angeboten werden, erweisen sich für die Verbraucher im Nachhinein als kostenpflichtig, oder aber sie stellen plötzlich fest, dass sie sich auf einen Vertrag eingelassen haben.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland - PM vom 17.7.2008 von 17.07.2008
http://ec.europa.eu/deutschland/index_de.htm Externer Link
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