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Artikelnummer: 08072606
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ANLAGEBETRÜGER ZU LANGJÄHRIGEN HAFTSTRAFEN VERURTEILT
Das Landgericht Stuttgart hat drei Männer wegen Anlagebetrugs zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Zwei 55 und 34 Jahre alte Angeklagte aus dem Raum Pforzheim wurden jeweils zu Freiheitsstrafen von 6 Jahren und 9 Monaten verurteilt, ein 37 Jahre alter Angeklagter erhielt eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 3 Monaten.
Nach Überzeugung der Strafrichter haben die Angeklagten über die Briefkastenfirmen APM Investment Ltd. und später APM Investment Group Ltd. mit Sitz auf den British Virgin Islands bzw. ab Ende 2002 in Belize, Kapitalanlegern über das Internet (www.apm-investment.com) Anteile eines „Professional Portfolio Management“ (PPM), dass angeblich von der zur Firma APM gehörenden Firma United Euro plc verwaltet wurde, mit einer angeblichen durchschnittlichen Rendite von 6 bis 8 % pro Monat angeboten. Auf diese Weise veranlassten sie im Zeitraum von November 2000 bis Dezember 2003 etwa 4.300 Anleger dazu, auf die angegebenen Konten der Firma APM circa 24 Millionen Euro einzubezahlen, wobei die Anleger jeweils darauf vertrauten, dass ihre Einlagen tatsächlich, wie angegeben, in „High-Yield Investments“, „wachstumsorientierten Jungunternehmen“ oder etablierten europäischen und US amerikanischen Firmen investiert werden. Tatsächlich erfolgten, wie von den Angeklagten von vorne herein beabsichtigt, solche Investitionen nicht. Von den eingegangenen Einzahlungen wurde vielmehr ein geringer Teil in Höhe von etwa 5 Millionen Euro in Form eines Schneeballsystems an Altkunden ausbezahlt und der Rest für eigene Zwecke, unter anderem auch für die laufenden Kosten des betrügerischen Systems sowie zur Finanzierung des Vertriebs, von den Angeklagten verwendet. Innerhalb des betrügerischen Systems nahmen die Angeklagten wichtige Aufgaben bei der Entwicklung und Implementierung des Internetauftritts der Firma APM und der Depotverwaltungssoftware für die Anleger, beim Aufbau des Vertriebssystems für die angebliche Kapitalanlage sowie vor allem bei der Verwendung der von den Anlegern auf verschiedene ausländische Konten - vorwiegend in Spanien - einbezahlten Geldbeträge war. Im Rahmen der Rückgewinnungshilfe für die Geschädigten wurden im Verlauf des Verfahrens umfangreiche vorläufige Vollstreckungsmaßnahmen in das private Vermögen der Angeklagten durchgeführt. Darüber hinaus konnten auf einem Konto bei einer Bank in Lettland noch etwa 1,6 Millionen Euro der angelegten Gelder vorläufig gesichert werden.

Quelle: Landgericht Stuttgart - PM vom 19.6.2008 von 13.06.2008
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