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Artikelnummer: 08060608
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WELCHE VERSICHERUNG ZAHLT BEI HOCHWASSERSCHÄDEN?
Die jüngste Hochwasserflut hat auch im Landkreis Esslingen schweren Schaden verursacht. Die gröbsten Aufräumarbeiten sind erledigt, die Gebäude müssen nun austrocknen. Zahlreiche Gebäudeschäden müssen noch beseitigt werden. Dann stellt sich auch die Frage, welche Versicherung für möglichst viele Schäden eintritt. Generell lässt sich dies allerdings nicht beantworten.
Im Grundsatz gilt: Die Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung zahlen bei Hochwasserschäden und Überschwemmung nur, wenn die Gebäude und das dazugehörige Inventar auch gegen sogenannte Elementarrisiken versichert sind. Zum Teil gibt es Verträge, die lediglich Hagel und Sturm als Zusatz-Risiko bei Unwetterschäden einschließen. Dies hilft bei Hochwasserschaden nicht(s). Ein Stück weit könnte Kollege „Zufall“ helfen: Manche Versicherungsnehmer haben, ohne dass sie sich dessen bewusst waren, die Elementarschadenversicherung als Zusatz gewählt. Denn Immobilieneigentümer waren bis 1994 regelmäßig bei der Württembergischen Gebäudebrandversicherungsanstalt als Monopol- und Pflichtversicherung versichert. Diese Versicherung hatte auf Grund staatlicher Fürsorge die Elementarrisiken mit enthalten. Diese Verträge gingen auf die Sparkassen-Versicherung über und damit auch der Schutz gegen Elementarschäden. Andererseits war es möglich, die Konditionen zu ändern. Es gibt erste Anzeichen, dass einzelne Versicherungen diese Konditionsänderungen kulant handhaben wollen, sodass die „Abwahl“ der Elementarrisiken möglicherweise nicht zum Tragen kommt. Zu beachten ist allerdings, dass selbst derjenige, der optimal versichert ist, im Rahmen der Gebäudeversicherung grundsätzlich nur die Dinge ersetzt bekommt, die fest mit dem Haus verbunden sind. Für dasjenige, was in den Häusern untergebracht ist, muss die Hausratversicherung bemüht werden. Aber auch bei der Hausratversicherung gilt, dass nur dann Versicherungsschutz besteht, wenn der Elementarschaden-Zusatz enthalten ist. Dokumentieren Sie bitte alle Schäden, bevor Sie dies beseitigen.

Quelle: Dr. Jochen Leibold - PM vom 6.6.2008 von 06.06.2008
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