Informationstechnologierecht / Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 08041226
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ÜBERNAHME VON MOELLER DURCH EATON
Die EU-Kommission hat die Übernahme der deutschen Moeller-Firmengruppe durch das amerikanische Unternehmen Eaton Corporation nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die EU-Kommission kam zu dem Ergebnis, dass der wirksame Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder durch die Übernahme nicht erheblich beeinträchtigt wird.
Moeller produziert elektronische Komponenten und Anlagen. Eaton ist ein diversifiziertes Industrieunternehmen, das in seinem Geschäftsbereich Elektronik elektronische Erzeugnisse für industrielle Anwendungen, für Groß- und Privatkunden, sowie für IT- und Erstausrüstermärkte auf der ganzen Welt herstellt. Da Moeller vor allem Niederspannungsanlagen und –komponenten herstellt und vertreibt dürften sich zwischen den Geschäftstätigkeiten der beteiligten Unternehmen auf den entsprechenden nationalen Märkten für Schaltanlagen und Leitungsschutzschalter (MCB und MCCB) sowie Fehlerstromschutzschalter die größten horizontalen Überschneidungen ergeben. Durch die geplante Übernahme dürften auch vertikale Beziehungen zwischen den Geschäftstätigkeiten der beteiligten Unternehmen entstehen, da Moeller verschiedene Niederspannungskomponenten (insbesondere Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutzschalter) herstellt, die in die Endprodukte von Eaton eingebaut werden können (wie Niederspannungsschaltanlagen und sogenannte medium-high UPS für die unterbrechungsfreie Stromversorung). Die EU-Kommission kam nach ihrer Marktuntersuchung zu dem Ergebnis, dass die geplante Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft, weil die beiden beteiligten Unternehmen weiterhin mit international tätigen und vertikal integrierten Wettbewerbern wie Siemens, ABB, Schneider, Hager, Legrand und GE konkurrieren müssen. Auch die vertikalen Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen seien wettbewerbsrechtlich unbedenklich, weil es sowohl auf den vorgelagerten als auch auf den nachgelagerten Märkten genügend alternative Anbieter gibt und die Wettbewerber keine Kapazitätsengpässe befürchten müssen.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland - PM vom 2.4.2008 von 02.04.2008
http://ec.europa.eu/index_de.htm Externer Link
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