Anlegerschutz /
Artikelnummer: 08040503
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BUNDESGERICHTSHOF HÄLT AN HAFTUNG VON WIRTSCHAFTSPRÜFERN FÜR PROSPEKTFEHLER FEST
Ob ein Prospekt unrichtig oder unvollständig ist, ist nicht allein anhand der wiedergegebenen Einzeltatsachen, sondern nach dem Gesamtbild zu beurteilen, das er von den Verhältnissen des Unternehmens vermittelt. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden.
Die klagende Anlegerin zeichnete eine Kommanditeinlage über 100.000 DM zuzüglich 5 v.H. Agio an dem Filmfonds "Vif 3" KG. Die Fondsgesellschaft geriet im Jahr 2002 im Zusammenhang mit der Insolvenz der Produktionsdienstleisterin in eine wirtschaftliche Schieflage. Es stellte sich heraus, dass an die Produktionsdienstleisterin überwiesene Gelder nicht zurückzuerlangen waren und Erlösausfallversicherungen für aufgenommene Produktionen nicht abgeschlossen waren. Die klagende Anlegerin nimmt die beklagte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wegen behaupteter Fehler in dem von ihr im Auftrag des Filmfonds erstatteten Prospektprüfungsgutachten über die Prüfung des Emissionsprospekts auf Schadensersatz in Anspruch. Zu Berücksichtigen ist der durch die als "worstcase-Szenario" bezeichnete "Restrisiko-Betrachtung" vermittelten Gesamteindruck, dass der Anleger mit seiner Beteiligung ein nur begrenztes Risiko eingehe, so die Karlsruher Richter. Auf die Verletzung des Prospektprüfungsvertrags könne sich auch die Anlegerin als vertragsfremde Dritte berufen, denn sie sei in den Schutzbereich dieses Vertrags einzubeziehen.

Quelle: Bundesgerichtshof von 06.03.2008
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