Handels- und Gesellschaftsrecht / Miet- und Wohnungseigentumrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 08032915
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HAUSRATVERSICHERUNG BEI WOHNUNGSWECHSEL
Das Oberlandesgericht Hamm hat eine Versicherung verurteilt, dem Kläger, der für seine Wohnung, aus der er gerade auszog, eine Hausratversicherung abgeschlossen hatte, für die bei einem Einbruch auf dem Betriebsgelände des Versicherten entwendeten Hausratsgegenstände Ersatz zu leisten.
Zur Begründung haben die Richter in Hamm ausgeführt, dass der klagende Versicherte die Versicherung aus dem Gesichtspunkt der sog. "Außenversicherung" in Anspruch nehmen kann. Danach seien Hausratsgegenstände versichert, die sich vorübergehend außerhalb der versicherten Wohnung befinden. "Vorübergehend" bedeute hierbei, dass eine deutlich überwiegende Wahrscheinlichkeit der Rückkehr der Sachen an den Versicherungsort bestehen muss, wobei eine beabsichtigte dauernde Entfernung der Sache aus der Wohnung den Versicherungsschutz ausschließt. In dem vorliegenden Fall, in dem die alte Wohnung noch besteht, die neue aber noch nicht bezogen ist, befinde sich der Versicherungsnehmer regelmäßig in einer schwierigen Situation. In dieser Übergangssituation erscheine es zugunsten des Versicherungsnehmers gerechtfertigt anzunehmen, dass Sachen des täglichen Gebrauchs, die täglich benutzt werden können und die sich nur zufällig außerhalb der alten bzw. neuen Wohnung befunden haben (z.B. im Auto oder bei Verwandten) versichert sind. Lege man diesen Maßstab an, so sind die vorliegend entwendeten zwei Kameras, die Lesebrille, die Sonnenbrille und die Kleidungsstücke des klagenden Versicherungsnehmers versichert gewesen. Zum einen handele es sich dabei um Dinge des täglichen Gebrauchs. Zum anderen hätten diese Gegenstände nicht dauerhaft in den Betriebsräumen des Versicherungsnehmers verbleiben sollen.

Quelle: Oberlandesgericht Hamm - PM vom 18.3.2008 von 07.09.2007
http://www.olg-hamm.nrw.de/ Externer Link
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