Anlegerschutz / z_L&S - Schrottimmobilien /
Artikelnummer: 07110904
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MUSTERRENTABILITÄTSRECHNUNGEN
Das Oberlandesgericht Celle setzt sich mit der Frage auseinander, welche Hinweise und Kosten die durch den Verkäufer bzw. Vermittler aufgestellte Musterrentabilitätsrechnung enthalten muss.
Der Verkäufer einer Eigentumswohnung, der dem Erwerber im Rahmen der Beratung eine „Musterrentabilitätsrechnung“ vorlegt, in der die Aufwendungen für den Erwerb den Einnahmen gegenübergestellt werden, verletzt seine Beratungspflicht, wenn er bei dem für den Erwerber nach Abzug von Mieteinnahmen, Steuerersparnis etc. verbleibenden Eigenaufwand nicht unmissverständlich darauf hinweist, dass dieser Aufwand sich wegen kontinuierlich ansteigender Raten von Bausparverträgen, die zur Ablösung des den Erwerb finanzierenden Vorausdarlehens dienen, in den Folgejahren erhöhen wird. Das gilt jedenfalls dann, wenn der dem Grundstückserwerb dienende Darlehensvertrag, aus dem sich das Ansteigen der Bausparraten ergibt, erst nach dem Vertrag über den Erwerb der Eigentumswohnung geschlossen wird. Tritt der Erwerber einer Eigentumswohnung einem Mietpoolvertrag bei, durch den er auch das Risiko des Leerstandes anderer Wohnungen der Anlage mit übernimmt, so muss bei der Berechnung des dem Erwerb dienenden Eigenaufwandes ein angemessener Abschlag von den Einnahmen oder ein Zuschlag bei den monatlichen Belastungen erfolgen. Der Veräußerer verletzt seine Beratungspflichten, wenn eine derartige Berücksichtigung des Mietpoolrisikos unterbleibt, der Mietpool vielmehr seit Erwerb strukturell unterdeckt ist, so dass die kalkulierten Mieteinnahmen nicht erreicht werden und von einem von Anfang an unrealistischen Eigenaufwand auszugehen ist.

Quelle: Oberlandesgericht Celle - erhältlich in der Rechtsprechungsdatenbank der Oberlandesgerichte in Niedersachsen von 11.10.2007
http://app.olg-ol.niedersachsen.de/efundus/index.php4 Externer Link
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