Erbrecht / Miet- und Wohnungseigentumrecht /
Artikelnummer: 07100703
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EIN HAUSVERKÄUFER KANN DEN VERTRAG ANFECHTEN, WENN ...
falsche Angaben darübergemacht werden, dass sich der Voreigentümer im verkauften Haus erhängt hat. Dies hat das Oberlandesgericht Celle entschieden.
Der in Hannover ansässige Kläger hatte im März 2006 für sich und seine Frau ein Hausgrundstück in Grömitz an der Ostsee zum Preis von 346.000 € gekauft. Später erfuhr er durch Zufall von einem Handwerker, dass sich die Voreigentümer in diesem Haus ein Jahr zuvor erhängt hatten. Der Tod war wochenlang unbemerkt geblieben, so dass die Leichen in einem stark verwesten Zustand aufgefunden worden waren. Die Eltern des verstorbenen Ehepaars hatten als Erben einen Makler mit dem Verkauf des Hausgrundstücks beauftragt. Dieser bzw. ein Mitarbeiter hatte dem klagenden Käufer und seiner Frau mitgeteilt, dass die Voreigentümer in Spanien gelebt und sich dort das Leben genommen hätten. Nachdem er den wahren Hintergrund erfahren hatte, focht der Käufer den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung an. Von den Verkäufern verlangte er die bereits geleistete Anzahlung auf den Kaufpreis zurück sowie die Maklercourtage und die Notarkosten in Höhe von insgesamt 45.549,30 €. Das Oberlandesgericht Celle hat dem klagenden Käufer Recht gegeben. Der Makler habe bei den Kaufvertragsverhandlungen auf Nachfrage unrichtige Angaben gemacht. Da der Makler bei den Vertragsanbahnungsgesprächen insoweit als Hilfsperson der Erben gehandelt habe, müssten sich diese die Pflichtverletzung zurechen lassen. Die Verkäufer können den Makler aber möglicherweise in Regress nehmen.

Quelle: Oberlandesgericht Celle - PM vom 4.10.2007 von 18.09.2007
http://www.oberlandesgericht-celle.niedersachsen.de/ Externer Link
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