Straßenverkehrsrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 07080314
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DARF EIN RECHTSANWALT DOPPELT ABRECHNEN?
Derzeit verhandelt das Landgericht München I einen Rechtsstreit zwischen der Mutter einer tödlich verunglückten Frau und deren Rechtsanwalt wegen zu hoher Gebühren. Die Mutter einer bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten Jungschauspielerin fordert die Rückerstattung eines Anwaltshonorars.
Der beklagte Rechtsanwalt hat die Eltern der verstorbenen Schauspielerin gegenüber der Versicherung des Unfallfahrers vertreten. Diese Versicherung hat neben einer Schadensersatzsumme auch die Gebühren des beklagten Anwalts übernommen. Nach den Angaben der klagenden Mutter hat der beklagte Anwalt ihr gegenüber verschwiegen, dass er sein Honorar von der Versicherung erhält. Er habe von ihr ein Honorar von 5.000 Euro zzgl. MWSt. verlangt. Dass der Anwalt doppelt abgerechnet hat, habe sie erst durch Zufall bei einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der Versicherung erfahren. Mit der Klage fordert sie die Rückerstattung des von ihr gezahlten Honorars. Der beklagte Anwalt behauptet, dass die Mutter über die Höhe der von ihm erwirkten Schadensersatzzahlung so erfreut war, dass sie ihm in Kenntnis der Honorarzahlung durch die Versicherung die Summe habe zusätzlich zukommen lassen.

Quelle: Landgericht München I - PM 55/07 vom 1.8.2007 von 01.08.2007
http://www4.justiz.bayern.de/lgmuenchen1/ Externer Link
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