Erbrecht /
Artikelnummer: 07062801
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ERBRECHTLICHE ANSPRÜCHE VERJÄHREN GRUNDSÄTZLICH IN 30 JAHREN
Die 30-jährige Verjährungsfrist gilt grundsätzlich für alle Ansprüche aus dem Buch 5 "Erbrecht" des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), soweit nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden.
Der beklagte Onkel des Klägers hat aufgrund eines Testaments des Großvaters des Klägers die Testamentsvollstreckung über dessen Erbteil bis zu dessen 25. Geburtstag am 4. August 1998 ausgeübt. Mit der im April 2005 eingegangenen Klage verlangt der klagende Erbe und Neffe eine geordnete Abrechnung über die von seinem Onkel in der Zeit seit dem Tod seiner Mutter, die als Vorerbin eingesetzt war, getätigten Geschäfte sowie Auskunft über den Bestand des ihm zustehenden Nachlasses. Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen, weil der Anspruch bereits verjährt sei. Der Bundesgerichtshof stellt fest, dass der geltend gemachte Anspruch auf Rechnungslegung und Auskunft vor dem 1. Januar 2002 in dreißig Jahren (§ 195 BGB a.F.) verjährte. Diese Verjährungsfrist werde in § 197 Abs. 1 Nr. 2 BGB für familien- und erbrechtliche Ansprüche aufrechterhalten. § 197 Abs. 1 Nr. 2 BGB sei dahin zu verstehen, dass mit "erbrechtlichen Ansprüchen" alle Ansprüche gemeint sind, die sich "aus" dem mit "Erbrecht" überschriebenen Buch 5 des BGB ergeben.

Quelle: Bundesgerichtshof von 18.04.2007
http://www.bundesgerichtshof.de Externer Link
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