Erbrecht /
Artikelnummer: 06110201
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BEI FIRMENNACHFOLGEN SOLL DIE ERBSCHAFTS- UND SCHENKUNGSSTEUER ÜBER ZEHN JAHRE HINWEG GESTUNDET WERDEN
Dies sieht der Gesetzentwurf zur Erleichterung der Unternehmensnachfolge vor, den das Bundeskabinett verabschiedet hat. Das gilt für produktiv eingesetztes Vermögen. Bleibt der Betrieb erhalten, entfällt die Steuer nach 10 Jahren ganz.
Entlastet werden soll damit Vermögen, mit dem Waren und Dienstleistungen produziert werden. Für sogenanntes unproduktives Vermögen wird die Erbschaftssteuer nicht gestundet. Zu solchen Vermögen gehören bspw. Bargeld, Wertpapiere, Kunstgegenstände, Einnahmen aus vermieteten Grundstücken u.a. Damit soll verhindert werden, dass Steuerpflichtige Privatvermögen in begünstigtes Betriebsvermögen überführen. Die neue Freigrenze i.H.v. 100.000 € für Betriebsvermögen soll sicherstellen, dass eine Vielzahl von kleinen Unternehmen gar nicht mit der Erbschafts- oder Schenkungssteuer belastet werden. Als Beispiele seien hier der Kleinhandel, Handwerker oder auch Betriebe der Land- und Forstwirtschaft angeführt. Die steuerliche Entlastung wird jedoch nur gewährt werden, wenn der Betrieb oder Betriebsteile in einem nach dem Gesamtbild der wirtschaftlichen Verhältnisse vergleichbaren Umfang weitergeführt werden. Damit ist die steuerliche Entlastung auch an den Erhalt von Arbeitsplätzen gekoppelt. Als Orientierungsgrößen sollen Umsatz, Auftragsvolumen, Betriebsvermögen (Aktivvermögen) und Anzahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer herangezogen werden. Für jedes Jahr der Betriebsfortführung wird ein Zehntel von der Erbschafts- oder Schenkungssteuer erlassen. Weicht der Betrieb in der Gesamtschau wesentlich von den Ausgangsgrößen ab, wird die bis zum Ende des 10-Jahreszeitraums noch gestundete Steuer insgesamt fällig.

Quelle: Bundesregierung - Pressemitteilung von 25.10.2006
http://www.bundesregierung.de Externer Link
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